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Orlando
Lord Orlando, ein junger englischer Höfling mit literarischen Ambitionen, entdeckt eines Tages beim Aufwachen, dass er zu einer Frau geworden ist. Sein wahres Wesen bleibt dasselbe, doch das Leben von Lady Orlando ändert sich radikal: Einerseits muss sie sich den Vorurteilen der Zeit stellen, andererseits erhält sie die Gabe der Unsterblichkeit. Orlando lebt über 300 Jahre, altert jedoch äußerlich nur bis zum Alter von 36 Jahren, was sie zu einer Zeugin einer sich wandelnden Welt macht, die Virginia Woolf als Anlass nimmt, uns eine raffinierte Parodie des biografischen Genres und eine brutale Satire auf den Sexismus zu präsentieren. Wir haben es mit einem Werk zu tun, das in jeder Hinsicht unsterblich ist, einem Liebesbrief an die Literatur, die sexuelle Freiheit und das Leben. Der optimistischste Roman eines der brillantesten und revolutionärsten Köpfe des 20. Jahrhunderts.
Virginia Woolf (1882 - 1941) war eine der zentralen Figuren des literarischen Modernismus im 20. Jahrhundert. Als Tochter des Kritikers und Historikers Leslie Stephen wuchs sie in einem tief intellektuellen Umfeld auf, das ihre Ausbildung von klein auf prägte. Bald wurde sie zu einer der einflussreichsten Stimmen der sogenannten Bloomsbury-Gruppe, einem entscheidenden Kreis in der kulturellen Erneuerung Großbritanniens, wo sie ihr Interesse am Feminismus, an ästhetischer Experimentierfreude und neuen Formen der Darstellung innerer Erfahrungen entwickelte.
In den 1920er Jahren gründete sie zusammen mit Leonard Woolf den Verlag Hogarth Press, über den sie sowohl ihr eigenes Werk als auch das von Schlüsselautoren ihrer Zeit förderte. Romane wie Mrs. Dalloway und Zum Leuchtturm revolutionierten die zeitgenössische Erzählkunst durch ihre Erforschung des Bewusstseins und der subjektiven Zeit. 1941 nahm sie sich nach mehreren depressiven Episoden, die durch den Kontext des Zweiten Weltkriegs im Vereinigten Königreich verschärft wurden, das Leben. Ihr Werk bleibt eine unverzichtbare Referenz der modernen Literatur.